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6. Mai 2015 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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  • Wohnungslüftung mit geregelter Raumluftfeuchte
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Wohnungslüftung mit geregelter Raumluftfeuchte

Mit einer Wohnungslüftung der neuen Generation wird auch die Feuchte behandelt. Zu viel, aber auch zu wenig Raumluftfeuchte soll dabei vermieden werden. Durch die Verwendung eines Enthalpierückgewinners kann neben der Wärme auch Feuchte zurückgewonnen werden. Der Nutzen liegt in der höheren Energieeinsparung gegenüber einem herkömmlichen Plattenwärmeübertrager und in der Vereinfachung des Systems. Es entsteht kein Kondensat, es gibt keine Vereisungsgefahr, und Raumluftbefeuchter sind in jedem Fall überflüssig. Die Auswirkungen von zu feuchter oder zu trockener Raumluft auf Materialien (Mauerwerk, Holz, Möbel, Textilien, Bilder…) werden in diesem Beitrag nicht behandelt.

Abbildung 1: Lüftungsgerät mit Enthalpierückgewinnung (Alle Abb. Hoval)   Abbildung 1: Lüftungsgerät mit Enthalpierückgewinnung (Alle Abb. Hoval) Raumluftfeuchte
In der DIN 1946 Teil 2 "Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen - Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften - Messung nach Verfahren mit dem Plattengerät" ist das Feld für die Behaglichkeit in Aufenthaltsräumen für Personen definiert. Die obere Grenze für die maximale Feuchte wird überwiegend durch die Kühlleistung des Menschen bei hoher Umgebungstemperatur (Sommer) bestimmt. Diese Kühlleistung ist abhängig von der Wasserdampf-Partialdruckdifferenz zwischen der nassen Hautoberfläche und der Umgebungsluft. Die untere Grenze (Winter) wird nicht durch die Behaglichkeit (Kühlleistung des Menschen), sondern durch die gesundheitstechnischen Anforderungen bestimmt. Wenn eine zu trockene Raumluft eingeatmet wird, können die Schleimhäute austrocknen, was die Infektionsgefahr erhöht. Zudem ist die Ausbreitung von Aerosolen (Staub, Keime …) in trockener Luft größer als in feuchter Luft, da die Partikelgröße durch die Feuchtigkeit beeinflusst wird [1], [2].
Es ist erstaunlich, dass der untere Grenzwert der Raumluftfeuchte in den Normen nur sehr schwammig formuliert ist. Man sollte meinen, dass das Gesundheitsrisiko bei zu trockener Luft im Winter stärker gewichtet werden sollte als die reduzierte Arbeitsleistung im Sommer.
Unsere Vorfahren hatten eine einfache Lösung für dieses Problem. Im Winter wurde die Wäsche über dem Kachelofen getrocknet oder gezielt feuchte Tücher zur Luftbefeuchtung aufgehängt. Die Raumluftfeuchte zu „regeln“ ist heute Aufgabe der Wohnungslüftung. Im Winter muss der in der Wohnung abgegebene Wasserdampf im richtigen Maß entsorgt werden. Für die Bewertung im Winter wird eine Soll-Feuchte von 7 g/kg bzw. ca. 45 % r.F. bei 21 °C vorgeschlagen.

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Artikelnummer: cci37357

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