DIN 1946 Teil 7: Raumlufttechnik – Raumlufttechnische Anlagen in Laboratorien

Der Entwurf zur Neufassung der DIN 1946 Teil 7 „RLT-Anlagen für Laboratorien“ enthält aufgrund eines inhaltlichen Abgleichs mit der DIN CEN/TS 17441 (2020) im Vergleich zum Weißdruck von 2009 erheblich Änderungen.

Die nachfolgende Zusammenfassung, Analyse und Kommentierung der Norm wurde für cci Wissensportal von Dr.-Ing. Manfred Stahl erstellt.

Erscheinung:
Entwurf November 2021 (aktueller Weißdruck Juli 2009)

Umfang/Kosten:
Der Entwurf der DIN 1946 Teil 7 hat im Original 10 Seiten und kostet ca. 54 € (www.beuth.de)

Zielgruppen
TGA-Fachplaner, TGA-Anlagenbauer, Errichter und Betreiber von Laboratorien

Inhalt, Resümee, Bedeutung:
Der Teil 7 der Normenreihe DIN 1946 „Raumlufttechnik“ behandelt und definiert Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen in Laboratorien im Hinblick auf deren Planung, Errichtung, Betrieb und Wartung. Solche Labore können sich zum Beispiel in Hochschulen, Instituten, Industriegebäuden und Schulen befinden.
Im Vergleich zum bisherigen Weißdruck der DIN 1946 Teil 7 (2009) zum neuen Entwurf von 2021 gab es allerdings viele wichtige Änderungen, die auf einen Abgleich mit der 2020 erschienenen DIN CEN/TS 17441 „Lüftungssysteme in Laboratorien“ zurückzuführen sind.

Die folgende Zusammenfassung dient als Orientierungshilfe. Auf Basis der Zusammenfassung kann der Nutzer schnell beurteilen, welche Bedeutung die behandelte technische Regel für seinen beruflichen Alltag hat.

Wichtige Vorbemerkungen

Als Nachfolgerin der bisherigen DIN 1946 Teil 7 (2009) erschien im Juli 2020 die DIN CEN/TS 17441 „Lüftungssysteme in Laboratorien“ (29 Seiten), siehe dazu auch Ende des Beitrags. Dabei wurden in diese neue Norm nahezu alle Inhalte und Anforderungen zu Planung, Ausführung und Betrieb von Lüftungsanlagen für Laboratorien aus der bisherigen DIN 1946 Teil 7 übernommen – bis auf einige Ausnahmen. Dazu steht in der DIN CEN/TS 17441 wie folgt:
„DIN CEN/TS 17441 wird durch DIN 1946-7 mit zusätzlichen Spezifikationen ergänzt, unter anderem: Abluftvolumenstrom für Lösemittelräume; Abluftvolumenstrom für Chemikalienräume; Abluftvolumenstrom für Druckgasflaschenräume; Abluftvolumenstrom für Thermoräume; Abluftvolumenstrom für Stellplätze tiefkalter Gase; Angaben für die Luftgeschwindigkeit in Lüftungskanälen; Angaben für den erlaubten Schalldruckpegel in Laboren“.

Bei der Überarbeitung der bisherigen DIN 1946 Teil 7 zum neu erschienenen Entwurf erfolgte daher ein inhaltlicher Abgleich zur DIN CEN/TS7441 dahingehend, dass der Entwurf der DIN 1946 Teil 7 nun tatsächlich nur noch die zuvor genannten Aspekte enthält, die in der DIN CEN/TS nicht enthalten sind. Das bedeutet:
Im Vergleich zum noch aktuellen Weißdruck sind im Entwurf der DIN 1947 Teil 7 die bisherigen Kapitel 3 „Begriffe“, 4 „Aufgaben der RLT-Anlage“, 5 „Planung und Auslegung der RLT-Anlage“ (inkl. sieben Unterkapiteln), viele Aspekte aus Kapitel 6 „Zuluft- und Abluftanlage“ sowie Kapitel 7 „Besondere Anforderungen an RLT-Anlagen in mikrobiologischen Laboratorien“ entfallen beziehungsweise wurden stark gekürzt. Diese befinden sich nun in der DIN CEN/TS 17441. Durch diesen Abgleich ist der Umfang des Entwurfs (10 Seiten) im Vergleich zum noch aktuellen Weißdruck der DIN 1946 Teil 7 (16 Seiten) geringer geworden.

Zielsetzung der Norm

Die zentrale Aufgabe einer Labor-RLT-Anlage besteht darin, die bei Arbeiten in Laboren freigesetzten Substanzen ausreichend zu verdünnen und diese Gase, Dämpfe und Aerosole so effizient abzuführen, dass der Schutz des Laborpersonals vor Gesundheitsgefährdungen jederzeit sichergestellt ist. Um eine Verbreitung freigesetzter Gefahrstoffe im Laborraum zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren, sollten solche gesundheitsgefährdende Substanzen nach Möglichkeit unmittelbar an der Stelle der Freisetzung erfasst und abgeführt werden – zum Beispiel durch den Betrieb von Abzügen. Da der Abluftbedarf eines Abzugs stark von der Öffnung des Frontschiebers abhängig ist, muss die Größe des in den Laborraum einzubringenden Zuluftvolumenstroms kontinuierlich daran angepasst werden (VVS = Variabel-Volumenstrom-System). Darüber hinaus verweist die Norm darauf, dass für das Laborpersonal auch die Anforderungen an eine gute Raumluftqualität (Mindestaußenluftströme) und an die thermische Behaglichkeit erfüllt werden müssen.

Verweise auf weitere technische Regeln und Begriffe

Der Norm-Entwurf verweist auf mehrere begleitende und ergänzende Regelwerke, zum Beispiel:

  • DIN EN 16798 Teil 3: Lüftung von Nichtwohngebäuden – Leistungsanforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme
  • DIN CEN/TS 17441: Laboreinrichtungen – Lüftungssysteme in Laboratorien
  • VDI 2081 Blatt 1: Geräuscherzeugung und Lärmminderung in RLT-Anlagen

In den Literaturhinweisen am Ende der Norm werden weitere technische Regeln aufgelistet, zum Beispiel die Normenreihe DIN EN 14175 „Abzüge“.

Luftvolumenströme

Zuluftvolumenströme

Der Zuluftvolumenstrom (Außenluft, auch Sekundärluft gemäß Gefährdungsbeurteilung) orientiert sich an der Größe des Abluftvolumenstroms (besonders durch Abzüge und sonstige Absaugungen). Der Zuluftvolumenstrom muss bedarfsorientiert an aktuelle Abluftvolumenströme (zum Beispiel durch das Zu- oder Abschalten von Abzügen) und an Nichtbetriebszeiten (Mindestvolumenstrom) angepasst werden können. Bei allen Betriebszuständen muss gegebenenfalls ein vorgegebener Unterdruck zwischen dem Laborraum und der Umgebung (also zu anderen Räumen) aufrecht erhalten werden.

Abluftvolumenströme

RLT-Anlagen für Laboratrien sind zunächst so auszulegen, dass pro m² Labornutzfläche ein Abluftvolumenstrom von 25 m³/h nicht unterschritten wird. Hier verweist die Norm auf zwei Ausnahmen:

  • Erstens kann dieser Abluftvolumenstrom in Abhängigkeit von der Nutzung des Labors teils deutlich überschritten werden (Arbeiten mit sehr gefährlichen Substanzen).
  • Zweitens kann aus einer Gefährdungsbeurteilung des Labors in Abhängigkeit von der späteren weniger gefährlichen Nutzung folgen, dass der Abluftvolumenstrom von 25 m³/h je m² abgesenkt werden kann.

Danach folgen im Entwurf der DIN 1946 Teil 7 Anforderungen an Abluftvolumenströme bei speziellen Anwendungen (diese wurden alle 1:1 aus dem Weißdruck der bisherigen DIN 1946 Teil 7 in den neuen Entwurf übernommen):

  • Lösemittel- und Chemikalienräume: Luftwechsel mindestens 5 h-1
  • Anforderungen an Druckgasflaschenräume, Thermoräume, Stellplätze für tiefkalte Gase

Der Schalldruckpegel im Labor sollte einen Wert von 52 dB(A) nicht übersteigen.

Neu beziehungsweise geändert ist im Kapitel 5 „Zuluft- und Abluftanlage“ des Entwurfs die Forderung, dass die Strömungsgeschwindigkeit in den Luftleitungen nicht größer sein sollte als 4 m/s. Dazu steht im Weißdruck der DIN 1946 Teil 7 noch die Empfehlung, dass sich eine Luftgeschwindigkeit in Luftleitungen unter 5 m/s bewährt hat.

Weitere Beiträge zur Laborlüftung in cci Wissensportal

-Zur DIN CEN/TS 17441 „Lüftungssysteme in Laboratorien“ gibt es in cci Wissensportal eine ausführliche Zusammenfassung unter der Artikelnummer cci90062.
-Eine Zusammenfassung der VDI 2051 „Raumlufttechnik – Laboratorien“ steht unter der Artikelnummer cci66176.

Die Zusammenfassung wurde von Dr.-Ing. Manfred Stahl erstellt (Stand November 2021).

cci140425

Schreiben Sie einen Kommentar