Leserstimmen: Potenziale der Wohnungslüftung

(Abb. © tadamichi/stock.adobe.com)
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Der Techniktag-Beitrag „Potenziale der Wohnungslüftung mit WRG bei Bestands- und Neubauten“ und ein Kommentar hierzu beschäftigen unsere Leser. Nachfolgend die Leserkommentare zu Meldungen in cci Branchenticker.

Bei unserem Techniktag am 20. Juli (siehe cci250514) ging es um die Kurzstudie „Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung als nachhaltige Schlüsseltechnologie der Wärmewende“ des Verbands für Wohnungslüftung (VfW), Berlin, und um die Potenziale der Wohnungslüftung mit WRG bei Bestands- und Neubauten.

Hierauf hatte sich Rudolf Rabe gemeldet und angemerkt: „Keine Frage: KWL-Anlagen mit WRG können ein wichtiger Beitrag zur Energieeinsparung und somit zum Klimaschutz sein. Jedoch gibt es am Markt auch KWL-Geräte ohne WRG: da bleibt die Energieeffizienz auf der Strecke. Aber auch bei den Geräten mit WRG gibt es solche und solche: Die DIN 1946-6 unterscheidet zwei Ausführungsvarianten: Variante G, die die Grundanforderungen erfüllt und Variante H, die die Hygieneanforderungen der VDI 6022 an die Herstellung der Geräte erfüllt. Variante H wird von der DIN 1946-6 zwar empfohlen, ist aber nicht verbindlich vorgeschrieben für die Wohnungslüftung. Somit haben wir schon bei den meisten Geräten, die in der Praxis eingebaut werden, ein erhebliches Hygiene-Defizit.“
Weiter führt er aus: „Richtig kritisch wird es bei der Errichtung der Anlagen: von 133 überprüften Anlagen wiesen 133 Hygienemängel auf. Und die Wartung: findet bei fast allen Anlagen nicht statt, trotz der Empfehlung in der DIN 1946-6. Hier ist Aufklärung bei den Verantwortlichen dringend angesagt. (…)“

Ralf Lottes ist anderer Meinung und schreibt: „Ich habe einige Anmerkungen und Fragen zum Kommentar von Rudolf Rabe zur Hygiene bei KWL-Anlagen: Die DIN 1946-6 unterscheidet zwischen G und H, das stimmt. Hier geht es in erster Linie aber nur um den verwendeten Filter im Gerät. Die Behauptung, dass man ohne F7 Filter ein erhebliches hygienisches Defizit habe, trifft meines Erachtens nicht zu. Hier geht es ja nur darum, wie stark die Außenluft gefiltert wird. Hygiene wird in erster Linie durch den Luftaustausch selbst gewährleistet und nicht durch den Filter!“
In Bezug auf die Behauptung von Herrn Rabe „Von 133 überprüften Anlagen wiesen 133 Hygienemängel auf“ drängt sich für Herrn Lottes nun die kritische Nachfrage auf: „Wer hat das geprüft und welche Anlagen wurden geprüft? Zentral, dezentral? Quelle? Wenn man solch starke Thesen in den Raum stellt, sollte man wissenschaftlich genau sein und die Quellen offenlegen. Vielleicht aber auch ein Redaktionsversehen? Hat man Herrn Rabes Kommentar an der falschen Stelle (um die Quellenangabe) gekürzt? Ich bitte um Aufklärung und Substantiierung!“

Die Aufklärung erfolgte prompt, da sich ein Redaktionsversehen laut Torsten Wiegand aus der Redaktion von cci Branchenticker ausschließen lässt: „Guten Tag Herr Lottes, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ein Redaktionsversehen liegt hier allerdings nicht vor. Wir haben den Kommentar von Herrn Rabe an dieser Stelle nicht gekürzt und somit auch keine Quellenangaben weggelassen.“

Weiter stellte Ralf Lottes fest: „Ich kann allen Leser:innen versichern, dass die Lüftungsbranche das Thema Hygiene ernst nimmt. So hat sich der VfW in seiner Satzung gesunde Innenraumluft zum Ziel gesetzt: ‚Neben dem Wärmeschutz und der Energieeinsparung bildet die Verbesserung des Innenraumklimas im Interesse der Gesundheit und der Hygiene des Menschen einen weiteren Schwerpunkt.‘ Diskutieren müssen wir etwaige Bedenken aber auf der Grundlage von belegten Fakten mit Quellen.“

Auch die Antwort von Rudolf Rabe ließ nicht lange auf sich warten: „Vielen Dank, Herr Lottes, für Ihre kritischen Anmerkungen! Nunja, mein Kommentar war ja keine wissenschaftliche Abhandlung, vielmehr wollte ich kurz und knackig die Botschaft rüberbringen, dass beim Einbau von KWL-Anlagen sehr häufig Hygiene-Standards nicht beachtet werden, so dass tatsächlich von 133 Anlagen, die mein Kollege und Sachverständiger Herr Vinzenz Weber untersucht hatte, 133 Hygienemängel aufwiesen. Ich habe bei Herrn Weber jetzt noch einmal nachgefragt: Die Zahl der untersuchten Anlagen liegt inzwischen deutlich höher – nur bei der Mängelrate hat sich leider nichts geändert. Hier sehe ich großen Handlungsbedarf in Form von Schulungen insbesondere bei den Monteuren, die meistens aus dem Heizungsbauer-Gewerbe kommen und mit den Hygieneanforderungen an die Lüftungstechnik noch keinen Kontakt hatten. Hier weiß ich mich mit Herrn Lottes einig, der das Interesse des Verbandes VfW an der „Verbesserung des Innenraumklimas im Interesse der Gesundheit und der Hygiene des Menschen …“ betont. Während der VfW das Problem von der Herstellerseite aus beleuchtet, ist es mein Ansatz als Leiter der Hygiene Akademie, dass über entsprechende Weiterbildung der Monteure und der Bauleiter im Laufe der Zeit immer mehr Anlagen hygienisch sicher errichtet werden.“

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