Meinung: Kommt nun endlich der Durchbruch für die Wärmepumpe?

Sabine Andresen, sabine.andresen@cci-dialog.de (Abb. © cci Dialog GmbH)
Sabine Andresen, sabine.andresen@cci-dialog.de (Abb. © cci Dialog GmbH)

Obwohl ich in der glücklichen Lage bin, eine Eigentumswohnung zu besitzen und auch zu bewohnen, schaue ich mir gerne Immobilienanzeigen an. In einigen Jahren werden diese wohl in einer Hinsicht anders aussehen.

Am vergangenen Freitag veröffentlichte cci Branchenticker die Ankündigung der EPBD-Revision. Link
Der Vorschlag der Europäischen Kommission soll dafür sorgen, dass die jährliche Renovierungsrate (energetische Sanierung) bis 2030 mindestens verdoppelt wird.
Zunächst sollen die energetisch schlechtesten Gebäude in Angriff genommen werden. Diese Priorität spiegelt sich in der Einführung von Mindestnormen für die Gesamtenergieeffizienz (MEPS) wider, die vorschreiben, dass alle Gebäude der Energieeffizienzklasse G bis 2027 renoviert und bis 2030 in die Klassen F und E gebracht werden müssen.
In der Tagespresse kursiert schon das unschöne Wort „Sanierungszwang“, und die Wärmepumpen-Freunde frohlocken, denn diese Regelung würde die Verwendung dieser Technik beschleunigen – als probates Mittel, um veraltete und ineffiziente Heiztechnik zu ersetzen.
Sollte das alles wirklich so kommen, würde ich auch irgendwann nicht mehr über Anzeigen stolpern, in denen einerseits horrende Preise für Immobilien verlangt werden und in denen am Ende dann doch ganz klein und verschämt steht: Energieeffizienzklasse G.
In einem Beitrag der „Welt“ wird die Wärmepumpe als Alternative allerdings kritisch gesehen: „Um ein Bestandsgebäude auf den Stand zu bringen, dass darin der Betrieb einer Wärmepumpe sinnvoll ist, ist vielfach ein hoher Aufwand nötig. Er würde viele Eigentümer finanziell überfordern, zumal die üppigen Fördergelder offenbar häufig von den Handwerksbetrieben auf ihre Angebote aufgeschlagen werden.“
Mal sehen, was die Wärmepumpenbranche dazu sagt – es wird ihr nicht gefallen.

Viele Grüße übermittelt Ihnen
Sabine Andresen

cci143218

2 Kommentare zu “Meinung: Kommt nun endlich der Durchbruch für die Wärmepumpe?

  1. Guten Morgen Frau Andresen,
    ich habe den Eindruck der Durchbruch der Wärmepumpen, insbesondere Luft-Wasser-WP ist schon da. Allerdings schreibe ich als Sachverständiger mit einer Auslese der negativen Ergebnisse. Ich stelle fest, dass vielee Installateure über Schallausbreitung und Weiterleitung von Vibrationen zu wenig Ahnung haben. Ständig müssen wir reklamieren den nicht gedämmten Anschluss, die nicht gedämmte Aufstellung auf dem Fundament und die Außengeräusche. Wenn dann noch manche „Kundendienstler“ dem Endkunden damm sagen: „Die geringen Geräusche (über 50 dB(A) im Wohnzimmer) müssen Sie bei eine Wärmepumpe ertragen“ wird das Ansehen der Branche geschädigt und der Weg zum Gericht wird eingeschlagen.
    In diesen Fällen muss dann der Installateur oft die Nachrüstung bezahlen und das ist sein Schaden. Warum werden die schalldämmenden Maßnahmen nicht immer als eigene Position angeboten und wenn „gespart“ werden muss, ist der Kunde selber mit verantwortlich?
    Freundliche Grüße Reinhard Siegismund

  2. Sehr geehrte Frau Andresen,

    man könnte als Ergebnis Ihres Artikels einen ganzen Blumenstrauß an Themen abhandeln … z.B. Sektorenkopplung. .. immer mehr Elektroverbraucher bei gleichzeitigem Abschalten von Grundlastkraftwerken … oder Wirtschaftlichkeit von Luft WP bei mittleren Arbeitszahlen von 2,5 und steigenden Strompreisen … oder Investitionskosten von Hochtemperatur WP für Bestandsgebäude im Vergleich zu fossilen Wärmeerzeugern (falsche politische Signale?) …. oder F-GaseVO und wie die WP Industrie diese zuerst ignorieret und dann verschlafen hat (was macht man mit einer defekten WP wenn die Industrie sich nicht um langfristig nutzbare Kältemittel gekümmert hat, das Kältemittel nicht mehr vertrieben wird und die WP nicht mit einem Ersatz KM funktioniert? Einfach eine neue kaufen? Ganz neue Erfahrungen für Hausbesitzer!) … Wenn es denn dazu kommt, das der Primärenergiefaktor für Strom noch weiter abgesenkt wird, bleibt dem modernen Häuslebauer bald nichts anderes als die WP übrig. Die Frage, ob das immer die richtige Wahl ist, braucht dann bald nicht mehr gestellt werden. Alternative? Vllt. ja doch, wenn die EU Atomkraft und auch Erdgas als nachhaltige / grüne Energiequelle deklariert. Wer hat schon was gegen ein Grünes Gas Brennwert Gerät im Keller oder eine mit Atomstrom betrieben WP? Total nachhaltig … neuerdings …

    VG M. Blumenthal

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