Leserstimmen: Ein Auslegungsverfahren und die DIN EN ISO 7730

(Abb. © tadamichi/stock.adobe.com)

Bei der Dimensionierung von Heizungs- und Kühlsystemen ersetzt das Auslegungsverfahren Building Design Days (BDD) Spitzenwerte durch realistische Tagesgänge. Das hat die Leser von cci Branchenticker beschäftigt. Genauso wie die Neufassung der DIN EN ISO 7730 zu Grundlagen der thermischen Behaglichkeit. Nachfolgend die Leserkommentare zu Meldungen in cci Branchenticker.

Mit der Methode der Building Design Days (BDD) soll es gelingen, die thermische Leistung eines Bodensystems nicht überdimensioniert auszulegen. Bei dem Auslegungsverfahren werden Spitzenwerte durch realistische Tagesgänge ersetzt. Was das bewirkt, zeigt der Beitrag „Realistische Tagesgänge zur Auslegung und Bewertung von Heizung/Kühlung“ (siehe cci315181) vom 29. Januar.

Dazu schreibt Reinhard Siegismund: „Als Sachverständiger habe ich es immer wieder mit zu schwach ausgelegten Heiz- und Kühlflächen zu tun. Beim Kühlen wird oft nur mit einer maximalen Außenluft von 32 °C/40 % r.F. gerechnet, bei wichtigen Anlagen ist das immer wieder zu wenig. Und auch im Winter werden inzwischen seltener die minimalen Außenlufttemperaturen manchmal erreicht. Überdimensionierte Heiz- und Kühlflächen können mit einer niedrigeren Heiz- und höheren Kühltemperatur betrieben werden. Auch ist es so, dass alle von Herstellern angegeben Leistungen nur ganz selten einmal in der Praxis höher sind als die technischen Daten angeben. Zur Zeit habe ich mehrere Wohngebäude zu beurteilen, die nur unzureichend beheizbar sind. Das alles ist zu bedenken. Natürlich sollte man nicht einfach alles überdimensionieren und so die Kosten erhöhen, aber sparsame Auslegungen müssen genau bedacht werden. Bei ganz wichtigen Räumen, bei denen der Schaden durch Nichteinhaltung der Temperaturen sehr hoch sein kann, rechnen wir im Sommer mit maximal 40 °C!“

18 Jahre nach Veröffentlichung des Weißdrucks der DIN EN ISO 7730 „Ergonomie der thermischen Umgebung“ ist im Dezember 2025 eine Neufassung der Norm erschienen. Dr.-Ing. Manfred Stahl verweist im Beitrag „Neufassung der DIN EN ISO 7730 zu Grundlagen der thermischen Behaglichkeit“ (siehe cci315039) vom 27. Januar auf eine von der Redaktion erstellte ausführliche Zusammenfassung der Norm.

Für Joerg Gollub ist das nichts weiter als „Bürokratieschwachsinn. Wir brauchen weniger, nicht noch mehr.“

Boris Mahler merkt an: „Vielen Dank für die Kurzfassung – aus meiner Erinnerung sehe ich hier allerdings keine/kaum Veränderungen zur alten ISO 7730. Es wäre schön, wenn Sie die Änderungen oder Neuerung auch benennen in einem Artikel.“

Hierauf antwortet Dr.-Ing. Manfred Stahl: „Lieber Herr Mahler, vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Anregung, Änderungen zwischen der bisherigen und der Neufassung der DIN EN ISO 7730 konkreter darzustellen. In meinen Zusammenfassungen technischer Regeln für cci Wissensportal versuche ich das stets so gut wie möglich. Im Fall der DIN EN ISO 7730 war dies allerdings nicht möglich, weil mir die bisherige Norm aus dem Jahr 2007 nicht vorliegt. Über die Änderungen berichtet DIN Media auf ihrer Website wie folgt: ,Gegenüber DIN EN ISO 7730:2006-05 und DIN EN ISO 7730 Berichtigung 1:2007-06 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) Teile der Norm (Langzeitbewertungen, Anpassung und Diversität) wurden verschoben; b) die Fehler im Berechnungsprogramm wurden berichtigt; c) die Tabellen zur Bestimmung des vorausgesagten mittleren Votums wurden gelöscht, da heute in den meisten Fällen das Berechnungsprogramm verwendet wird; d) das Dokument wurde redaktionell überarbeitet.‘ Ansonsten stimme ich Ihnen zu, dass es zwischen der bisherigen und der neuen DIN EN ISO 7730 kaum wesentliche Änderungen geben dürfte.“

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cci315241

Ein Kommentar zu “Leserstimmen: Ein Auslegungsverfahren und die DIN EN ISO 7730

  1. Zur DIN EN ISO 7730: wenn die umfassenden Messungen, Szenarien und Befragungen der Studie von Ole Fanger nicht wiederholt wurden und ggf. sogar erweitert, kann eigentlich in der Norm nichts neues stehen.

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