- Zwei Welten – unterschiedliche Prioritäten
- Wenn eine gute Sicherheitsmaßnahme zum Betriebsrisiko wird
- Die Angriffsflächen liegen an den Übergängen
- Typische Schwachstellen realer GA-Landschaften
- Mit der Inbetriebnahme beginnt die Bewährungsprobe
- Standards setzen Leitplanken
- OT-Sicherheit braucht Betriebsverständnis
- Trennen, was getrennt werden muss
- Security ist ein Betriebsmodell
- Resilienz statt Perfektion
- Drei Empfehlungen für Planung und Betrieb
- Fazit: Das sichere Zusammenspiel entscheidet
- Teile 1, 3 und 4 der Serie über IT-Sicherheit im Kontext von Gebäudeautomation und TGA
Die fortschreitende Digitalisierung macht die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) intelligenter, wirft aber zugleich komplexe Fragen zur Cybersicherheit auf. Im Spannungsfeld von IT- und OT-Sicherheit sowie von neuen regulatorischen Vorgaben wie NIS2 und KRITIS-Dachgesetz haben cci Wissensportal und Iconag Leittechnik die Serie „IT-Sicherheit im Kontext von Gebäudeautomation und TGA“ initiiert. In vier Teilen erläutern Experten aus Wissenschaft und Praxis die entscheidenden Handlungsfelder für sichere Gebäudeautomationssysteme.
Teil 2: Wenn Firewalls auf Feldbusse treffen: Das Zusammenspiel von IT- und OT-Sicherheit bei Planung und Betrieb von GA-Systemen
Gebäudeautomation ist heute IT – und gleichzeitig ist sie es nicht. Moderne GA-Systeme kommunizieren über IP-Netze, nutzen Cloud-Dienste und Fernwartung und tauschen Daten mit klassischen IT-Systemen aus. Gleichzeitig steuern sie physische Prozesse wie Heizung, Lüftung, Kälte, Energieversorgung, Beleuchtung und Zutritt. Ihr primärer Zweck ist damit nicht die Verarbeitung von Informationen, sondern die zuverlässige Steuerung realer technischer Prozesse. Genau daraus entstehen Anforderungen und Risiken, die sich von denen klassischer IT-Systeme unterscheiden.
Damit treffen zwei Welten aufeinander, deren Sicherheitsverständnis unterschiedlich gewachsen ist. Der erste Teil dieser Serie hat gezeigt, warum Gebäudeautomation zunehmend Bestandteil sicherheitskritischer Infrastrukturen wird und welche regulatorischen Anforderungen sich daraus ergeben (siehe cci327648). Teil 2 betrachtet nun die praktische Konsequenz: Was bedeutet das Zusammentreffen von IT und OT (Operational Technology) für die Planung und den Betrieb von Gebäudeautomationssystemen?
Zwei Welten – unterschiedliche Prioritäten
In der klassischen IT stehen Vertraulichkeit (Schutz vor unbefugtem Lesen), Integrität (Vollständigkeit und Unversehrtheit) und Verfügbarkeit im Mittelpunkt. Diese Schutzziele gelten grundsätzlich auch für die OT. Ihre Gewichtung kann jedoch eine andere sein: In der Gebäudeautomation hat häufig die Verfügbarkeit des technischen Prozesses besondere Priorität. Lüftungsanlagen, Energieversorgung oder Zutrittssteuerung müssen zuverlässig funktionieren. Eine Sicherheitsmaßnahme darf deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss immer auch auf ihre Auswirkungen auf den technischen Prozess geprüft werden. Hinzu kommen Anforderungen an die funktionale Sicherheit, wenn Fehlfunktionen technische Anlagen, Menschen oder die Umgebung gefährden können.






Teile 1, 3 und 4 der Serie über IT-Sicherheit im Kontext von Gebäudeautomation und TGA
- Teil 1: Gebäudeautomation und TGA in Kritischer Infrastruktur (KRITIS) (hier klicken)
Autor: Christian Wild, Iconag-Leittechnik , Idar-Oberstein - Teil 3: Praktische Ableitungen für die Planung von GA-Systemen am Beispiel eines Krankenhauses (voraussichtlich 1. Oktober 2026)
Autor: Georg Potthoff, Potthoff-Ingenieure, Erkrath - Teil 4: Notwendige Anforderungen an die Gebäudeautomation im Lastenheft für KRITIS-Einrichtungen (voraussichtlich 5. November 2026)
Autor: Christian Wild, Iconag-Leittechnik , Idar-Oberstein
cci328165
Jede Art der Vervielfältigung, Verbreitung, öffentlichen Zugänglichmachung oder Bearbeitung, auch auszugsweise, ist nur mit gesonderter Genehmigung der cci Dialog GmbH gestattet.


